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Antivirale Eigenschaften der Tigernussmilch gegenüber unbehüllten Viren
Einfluss von Zuckerzusatz und TNM-Konzentration
Virusinfektionen stellen eine ständige Bedrohung für die Gesellschaft dar. Daher richtet sich das Augenmerk der Forschung zunehmend auf natürliche Substanzen mit potenziellen therapeutischen Wirkungen. Ein solch vielversprechendes Naturprodukt ist auch Tigernussmilch (TigerNut Milk – TNM), ein typisch valenzianisches Getränk mit hohem Nährwert und bioaktiven Inhaltsstoffen, die antivirale Eigenschaften aufweisen könnten.
TNM – auch Chufa oder Horchata genannt – zeichnet sich durch eine süßlich-milchige Textur aus und ist für ihre erfrischende Wirkung und die schnelle Wirkung gegen Darmbakterien bekannt. Ihr Verzehr wird mit der Vorbeugung von Herzinfarkt und Thrombose, einer besseren Durchblutung und einem geringeren Risiko für Dickdarmkrebs in Verbindung gebracht.
Doch was macht Tigernussmilch gegen Viren wirksam? Studien deuten darauf hin, dass ihre Bestandteile eine breite Palette an Viren neutralisieren können – auch solche, die besonders resistent gegenüber gängigen Arzneimitteln sind. Diese Viren werden als sogenannte nicht umhüllte Viren bezeichnet.
Was sind nicht umhüllte Viren?
Nicht umhüllte Viren besitzen im Gegensatz zu umhüllten Viren keine Lipidmembran, was sie resistenter gegenüber physikalisch-chemischen Einflüssen wie Temperatur, pH-Wert oder Detergenzien macht. Zu den bekanntesten zählen Noroviren (verursachen akute Gastroenteritis), Hepatitis-A-Viren (führen zu Leberentzündung) sowie Enteroviren, die eine Vielzahl an Erkrankungen von Erkältungen bis zu neurologischen Infektionen hervorrufen können.
Ihre Resistenz gegen konventionelle antivirale Therapien macht sie zu ernstzunehmenden Gegnern. Daher wird die Erforschung natürlicher Alternativen wie TNM zur Bekämpfung dieser Viren als vielversprechend angesehen.
Wirkung von Tigernussmilch auf nicht umhüllte Viren
Die antiviralen Potenziale natürlicher Inhaltsstoffe aus TNM könnten neue Möglichkeiten zur Prävention und Behandlung komplexer Virusinfektionen bieten. Verbindungen wie Polyphenole (starke natürliche Antioxidantien) könnten die Replikation nicht umhüllter Viren stören oder das Immunsystem des Wirts stärken.
Im Jahr 2023 untersuchten biomedizinische Forscher die Wirkung von TNM auf bakteriophagen MS2 – ein häufig genutztes Modell für nicht umhüllte Viren aufgrund seiner simplen Struktur und bekannten Genetik.
In Versuchen mit TNM in normaler Konzentration zeigte sich keine signifikante Reduktion der viralen Aktivität von MS2 nach 24 Stunden Kontaktzeit.
Einfluss von Zuckerzusatz in TNM auf nicht umhüllte Viren
Nach Zugabe von 0,1 g/ml Zucker zur TNM wurde eine statistisch signifikante Reduktion der Virusaktivität festgestellt. TNM mit Zuckerzusatz zeigte nach 24 Stunden ausgeprägte antivirale Effekte gegenüber dem Bakteriophagen MS2.
Einfluss veränderter TNM-Konzentrationen auf nicht umhüllte Viren
Weder eine 10-fach erhöhte noch eine 0,1-fach verdünnte Konzentration von TNM zeigte nach 24 Stunden signifikante antivirale Aktivität gegenüber MS2.

Eigene Darstellung nach Tunón-Molina et al.
Fazit
Die Ergebnisse zeigen, dass zuckerfreie TNM keine antivirale Wirkung gegenüber nicht umhüllten Viren wie MS2 besitzt – vermutlich aufgrund ihrer natürlichen Resistenz gegen Inaktivierung.
Die Zugabe von Zucker hingegen verstärkte signifikant die antivirale Aktivität von TNM. Dies deckt sich mit früheren Studien, die einen antiviralen Effekt von Zuckerderivaten gegen verschiedene Viren beobachteten.
Insgesamt stellt Tigernussmilch eine vielversprechende natürliche Option zur Stärkung der Gesundheit dar – insbesondere im Kontext antiviraler Strategien. Gleichzeitig öffnet sich ein Feld für weiterführende Forschung und Entwicklung pflanzlicher antiviraler Produkte, die unsere Fähigkeit verbessern könnten, Virusinfektionen wirksam zu begegnen.